Lerne, wie du den Mond richtig fotografierst – mit Kamera oder Smartphone. Entdecke Tipps zu Einstellungen, Ausrüstung & Bildgestaltung für beeindruckende Mondaufnahmen.
Der Mond fasziniert uns seit Jahrtausenden – nicht nur als Himmelskörper, sondern als fotografisches Motiv. Aber ihn richtig in Szene zu setzen, ist eine besondere Herausforderung. Wer schon einmal versucht hat, den scheinbar riesigen Vollmond mit dem Handy abzulichten, kennt das Ergebnis: ein kleiner, überbelichteter Lichtpunkt in dunkler Umgebung. Damit dir das nicht passiert, schauen wir uns Schritt für Schritt an, wie du den Mond richtig fotografierst – mit praktischen Tipps, technischen Erklärungen und kreativen Ideen.
Grundlagen der Mondfotografie

Das beginnt bei der Planung: Der richtige Zeitpunkt, die passende Ausrüstung und gut abgestimmte Kameraeinstellungen machen den Unterschied zwischen einem flachen Schnappschuss und einer faszinierenden Aufnahme mit sichtbaren Kratern und Texturen.
Wenn du zum ersten Mal den Mond fotografieren willst, hilft dir dieser Guide dabei, systematisch vorzugehen – von der Technik bis zur Bildbearbeitung. Und falls du später deine Ergebnisse optimieren willst: Mit Luminar Neo steht dir ein leistungsstarkes Tool zur Verfügung, das aus deinen Fotos noch mehr herausholt.
Wann ist die beste Zeit, um den Mond zu fotografieren?

Wer den Mond fotografieren will, stolpert schnell über Begriffe wie Supermond oder Mondfinsternis. Was genau bedeuten sie und wie beeinflussen sie deine Fotos?
Vollmond: Der Klassiker mit Tücken

Supermond: Ein echter Hingucker

Mondfinsternis: Magie in Bewegung

Die richtige Kamera und Ausrüstung für die Mondfotografie

Empfohlene Kameras, Objektive und Stative

Was die Brennweite betrifft, sind Objektive mit 200 mm aufwärts ideal. Je größer die Brennweite, desto größer erscheint der Mond auf dem Bild. Für gestochen scharfe Close-ups empfehlen sich Teleobjektive mit 300–600 mm oder sogar Teleskope mit Adapter.
Ein stabiles Stativ ist Pflicht. Schon kleinste Erschütterungen ruinieren eine Langzeitaufnahme. Achte auf gummierte Füße und einen Kopf mit feiner Verstellung – so kannst du den Mond exakt im Bild positionieren.
Zusatz-Equipment: Fernauslöser, Filter, Apps
Ein Fernauslöser verhindert Verwacklungen beim Auslösen. Alternativ kannst du den Selbstauslöser der Kamera nutzen (z. B. 2 Sekunden Verzögerung).
ND- oder Grauverlaufsfilter brauchst du bei der Mondfotografie nicht – die Lichtquelle ist stark genug. Nützlich kann jedoch ein leichter Polarisationsfilter sein, wenn du Mondlichtreflexionen in Landschaftsaufnahmen kontrollieren möchtest.
Planungs-Apps wie PhotoPills, The Photographer’s Ephemeris oder Sky Guide zeigen dir exakte Mondauf- und -untergangszeiten, Himmelsrichtung, Höhe und sogar den Stand des Supermonds. Damit lässt sich dein Shooting im Voraus perfekt timen – ein entscheidender Vorteil, gerade bei besonderen Mondphasen.
Kameraeinstellungen für die perfekte Mondaufnahme

Blende, ISO und Belichtungszeit – typische Einstellungen
Hier findest du eine kompakte Übersicht bewährter Einstellungen für verschiedene Mondphasen:
| Situation | Blende | ISO | Belichtungszeit |
| Vollmond (hell) | f/8 – f/11 | 100 | 1/125 – 1/250 s |
| Halbmond (weniger Licht) | f/8 | 200 | 1/60 – 1/125 s |
| Sichelmond / dünne Phase | f/5.6 – f/8 | 400–800 | 1/30 – 1/60 s |
| Mond mit Landschaft (blaue Stunde) | f/4 – f/5.6 | 400–1600 | 1 – 5 Sekunden |
Diese Werte sind ein Ausgangspunkt. Passe sie an deine Kamera, dein Objektiv und das vorhandene Umgebungslicht an.
Die richtige Belichtung finden

Ein guter Trick: Richte deine Kamera auf den Mond, aktiviere den Spot-Messmodus und messe das Licht direkt am Mond. So vermeidest du „ausgefressene“ helle Bereiche.
Scharfstellen leicht gemacht

Fototechniken und kreative Tipps für beeindruckende Mondfotos

Den Mond in Landschaften einbauen
Eindrucksvoll wirken Fotos, bei denen der Mond knapp über dem Horizont steht – etwa bei Mondaufgang. Ein bekannter Trick: Platziere den Mond bewusst hinter Bäumen, Gebäuden oder Bergen, um Größenverhältnisse zu betonen. Wer zusätzlich mit gezielter Unschärfe arbeitet, kann die Tiefenwirkung noch verstärken – etwa indem man den Bild hintergrund unscharf machen möchte, um den Fokus stärker auf den Mond zu lenken.
Den Mond am Tag fotografieren

Verwende eine kürzere Belichtungszeit als nachts, z. B. 1/500 s bei ISO 100. Und achte darauf, dass dein Bild nicht flach wirkt – Komposition und Vordergrund sind jetzt noch wichtiger.
Close-ups und Mondstrukturen festhalten

Verwende einen festen Stativkopf, arbeite mit Fernauslöser oder Selbstauslöser und reduziere die Kameravibration. Ein externer Monitor oder eine digitale Lupe im Live-View helfen dir, exakt scharf zu stellen.
Supermond und Mondfinsternis fotografieren

Bei diesen besonderen Ereignissen solltest du frühzeitig einen geeigneten Ort suchen, deine Ausrüstung testen und die Uhrzeit der Phasen notieren. Bei Mondfinsternissen brauchst du je nach Phase verschiedene Belichtungszeiten – vom normalen Vollmondwert bis zu mehreren Sekunden bei der totalen Verfinsterung.
Die Mondfotografie richtig planen: Timing, Standort und Apps

Wie Wetterbedingungen deine Aufnahmen beeinflussen
Klarer Himmel ist die wichtigste Voraussetzung für gute Mondfotos. Selbst dünne Schleierwolken oder hohe Luftfeuchtigkeit können den Kontrast abschwächen und Details verschlucken. Vor allem bei Supermond oder Mondfinsternis solltest du rechtzeitig auf Wetter-Apps wie Windy oder Clear Outside schauen.
Der Luftstand des Mondes spielt eine Rolle: Je tiefer der Mond steht, desto mehr Atmosphäre liegt zwischen dir und dem Motiv. Das kann die Farben beeinflussen oder für einen warmen, rötlichen Ton sorgen – aber auch zu Unschärfe durch Luftunruhe führen.
Die Wahl des richtigen Standorts und Bildaufbaus
Ob du den Mond in der Natur oder in urbaner Umgebung fotografierst – der Standort entscheidet über Perspektive und Bildwirkung. Ein offener Horizont ohne störende Lichtquellen eignet sich ideal. Für kreative Kompositionen lohnt es sich, Gebäude, Türme, Menschen oder Bäume als Silhouetten einzubeziehen.
Versuche, bereits am Vortag geeignete Positionen zu testen – mithilfe von Kompass und Referenzpunkten im Gelände. Nutze Google Earth oder 3D-Karten-Tools, um Sichtachsen und Höhenunterschiede besser einzuschätzen.
Mondfotos nachbearbeiten: Das Beste aus deiner Aufnahme herausholen

RAW statt JPEG – für maximale Kontrolle
Wenn möglich, fotografiere immer im RAW-Format. So sicherst du dir alle Bildinformationen, die bei der JPEG-Komprimierung verloren gehen würden. Für die Bearbeitung brauchst du kein Profi-Setup – auch wer keine Adobe-Software nutzt, findet mittlerweile eine passende Lightroom Alternative, mit der sich Kontraste, Details und Farben gezielt herausarbeiten lassen.
Kontraste, Schärfe und Details optimieren
Ein häufiger Fehler: Der Mond wirkt im Foto zu blass oder flach. Mit gezielter Nachbearbeitung kannst du Krater, Lichter und Schatten viel stärker zur Geltung bringen. Erhöhe dazu selektiv die Struktur, spiele mit Klarheit und setze lokale Kontraste bewusst ein.
📌Tipp: Achte darauf, die natürlichen Tonwerte beizubehalten. Zu viel Bearbeitung lässt den Mond schnell künstlich wirken.
Bildrauschen entfernen ohne Details zu verlieren
Hohe ISO-Werte sind in der Nachtfotografie oft nötig. Das führt schnell zu Bildrauschen – vor allem im Himmel. Verwende ein Tool, das das Rauschen reduziert, aber gleichzeitig Details erhält. Die moderne KI-basierte Rauschreduzierung in Luminar Neo liefert hier exzellente Ergebnisse, da sie Bildstruktur und feine Kanten erkennt und schützt.
Wenn du dein Foto später mit einem weiteren Motiv kombinieren möchtest – etwa einer Skyline oder einem Porträt – hilft dir die Funktion zum Bilder zusammenfügen dabei, die Elemente nahtlos zu kombinieren.
Häufige Fragen zur Mondfotografie
Warum erscheint der Mond auf Fotos oft kleiner als in Wirklichkeit?
Das liegt am sogenannten Mondtäuschungseffekt: Unser Gehirn vergleicht den Mond mit Objekten am Horizont, wodurch er größer wirkt. Die Kamera bildet hingegen objektiv ab – ohne psychologische Täuschung. Wer einen größeren Mond im Bild möchte, sollte mit langen Brennweiten (ab 300 mm) arbeiten oder gezielt in der Nachbearbeitung den Bildausschnitt verändern.
Warum sieht der Mond manchmal wie ein weißer Fleck aus?
Wenn der Mond überbelichtet ist, gehen Details wie Krater oder Schatten verloren – er wirkt flach oder nur noch wie ein heller Kreis. Das passiert oft, wenn der Rest des Bildes (z. B. Landschaft) richtig belichtet wird, der Mond aber viel heller ist. Die Lösung: Belichte gezielt auf den Mond oder arbeite mit Belichtungsreihen, um später die beste Variante auszuwählen.
Wie kann ich die besten Kamera-Einstellungen für Mondaufnahmen finden?
Ein guter Startpunkt ist der sogenannte Looney 11 Rule: Blende f/11, ISO 100, Belichtungszeit 1/100 s bei Vollmond. Diese Regel ist nur ein Richtwert – bessere Ergebnisse erzielst du, wenn du verschiedene Einstellungen testest, ein Histogramm nutzt und im manuellen Modus fotografierst. Für detailreiche Aufnahmen empfiehlt sich ein Stativ und ein Fernauslöser, um Verwacklungen zu vermeiden.
Wie mache ich scharfe und detailreiche Mondfotos?
Wichtig ist zunächst der richtige Fokus: Stelle manuell auf Unendlich ein oder verwende den Live-View mit maximalem Zoom, um exakt auf den Mondrand zu fokussieren. Verwende ein stabiles Stativ, eine geringe ISO und mittlere Blendenwerte wie f/8 bis f/11. So erreichst du beste Schärfe ohne unnötiges Bildrauschen. In der Nachbearbeitung kannst du zusätzlich gezielt Klarheit und Struktur anheben, um Details wie Krater sichtbar zu machen.




